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Generation Riesling - Frischer Winzerwind an der Waterkant

by in Kürzlich verkostet
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Die Winzer der "Generation Riesling" gaben sich wieder "live" die Ehre zu einer Präsentation vor Fachpublikum im Ehemaligen Hauptzollamt Hafen.

30 Botschafter der Generation Riesling, eine hervorragend ausgebildete, international ausgerichtete und ehrgeizige Generation junger deutscher Winzer, präsentierten ihre neuen Jahrgänge und Kreationen. Die Gemeinschaft innovativer Jungwinzer unter 35 Jahren gehören über 450 Mitglieder an. Dabei geht es nicht nur um Riesling - dieser steht als deutsche Leit-Rebsorte synonym für deutsche Weine. Die Generation Riesling, gut ausgebildete und meist auch im Ausland an Erfahrung gereifte junge Winzer, stehen für hochwertige, dynamische Weinbaukultur und sind als Imageträger bereits zum exzellenten Botschafter der deutschen Weine avanciert.

Neben alten - äh, jungen Bekannten konnte ich wieder spannende neue Weine entdecken, die ich mich jetzt schon freue Ihnen bei auch bei künftigen Reisen näher zu bringen. Mutig habe ich bei über 20 Weingütern so um die 65 Weine probiert. Hier ein sicher unvollständiges, aber wenigstens subjektives Fazit...

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Die Genration Riesling erfindet den Deutschen Wein nicht neu, sondern gibt ihm frische Impulse, wagt unterschiedliche Interpretationen der Klassiker, und zeigt, was "so geht" an internationalem Einfluss - den ja viele Winzer in der Ferne aufgenommen haben.

Der überwiegend präsentierte Jahrgang 2013 machte mit seiner deutschlandweit oft säurebetonten Stilistik die Verkostung nicht einfach, aber es war ein sehr abwechslungsreiches Programm. Neben Riesling, Pinot Noir und Weissburgunder fanden sich auch etliche Sauvignon Blancs, ein paar Chardonnays und spannende Rotweincuvées. Unmöglich, alles zu würdigen, also habe ich ein paar meiner Aha-erlebnisse zusammen gefasst.

Fast durch die Bank gefielen mir die Weine von Sven Klundt aus der Pfalz; neben einem frischen, aber aromatischen Chardonnay und einem typischen Pfäzer Riesling (Obsession)  mit Kraft und schöner Mineralik ist vor allem der 2011er Pinot Noir ein Erlebnis, er ist hell, leicht und filigran und bringt dennoch eine komplexe Fruchtaromatik und Tiefe mit. Chappeau !

Um beim Spätburgunder zu bleiben - auch Winzer Stefan Bietighofer aus der Pfalz bleibt im Französischen bei seinem "Dernier Cri" Pinot Noir 2012": Ob letzter Schrei oder nicht, eindrucksvoll ist dieser Wein mit Aromen von Kirsche und arktischer Brombeere eingebunden in leichte Holzaromen (14 Monate im teils neuen Fass), noch etwas sauerkirschig im Geschmack aufgrund der Jugend, aber wirklich schön. Bietighofer wagt sich auch an Pinotage, der wie viele internationale Sorten in Deutchland heller und leichter ausfällt, aber nicht ohne eine schöne Frucht - und als Reserve 15% Alkohol mitzubringt.

In Württemberg haben wieder einmal die Roten überzeugt - dank Winzer Christian Escher. Unter dem Label "Goldreserve" glänzen reinsortige Weine wie ein würziger, komplexer Lemberger (2011)  mit schöner Tiefe, und ein Cabernet Franc (2012!), der sehr konzentriert daher kommt, mit herrlisch typischer CabFranc-Frucht, und 14,5% alc.   Als Cuvée gibt es in der Serie "Meisterwerk" einen sehr weichen Blend aus Merlot, Lemberger und CabFranc, der schöne reife Frucht und einen schönen langen Abgang bietet.

Ein Riesling von Mittelrhein im neuen Barrique? Winzer Josten & Klein nehmen, zugegeben, ein größeres Holzfass, in Frankreich oft Demi-Muid genannt, mit 500 l, dennoch ist beim 2013 Riesling "Leutesdorf" das Holz sehr präsent bereits in der Nase, allerdings korrespondiert es mit der Maischezeit von 24 Stunden. Eine neue Interpretation des Riesling, für die man offen ist oder auch nicht. In jedem Fall spannend.

Rheinhessen-Winzerin Nicole Lamberth kombiniert aus zwei Lagen eine wie ich meine recht deutsche Variante des  Sauvignon Blanc, dessen Säurespiel einem Rheingau-Riesling ähnelt, Nuancen vom Silvaner mitbringt und im Geschmack mit Frucht und leicht grasigen Noten einen wunderbaren Sauvignon Blanc schafft. Ihr Gutsriesling ist ein ausgewogener Klassiker; als "Teufelskopf Spätlese" sehr reif mit angedeuter Petrolik, guter Würze und "leichter Schwere". Letzterer klar ein Essensbegleiter. Aber auch der Gewürztraminer mit 87g Restzucker kann sich sehen lassen, in einer ausgewogenen Würze, Feuerstein und exotischer Frucht. Nicht zu vergessen der Merlot "R" 2009, leicht rauchig, Paprikanoten und am Ende ein Hauch Kaffee / dunkler Schokolade.

Und mit diesen Dessert-Eindrücken will ich es auch bewenden lassen. Es hat wieder einmal Spaß gemacht, die Weine der Generation Riesling verkosten zu dürfen – sehr gute Aussichten für das Image des deutschen Weins!

 www.generation-riesling.de

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Guest Friday, 20 July 2018