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Centre de Loire - Reuilly, Valencay und Sancerre

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Von der zentralen Loire ins Beaujolais

Von Paris sind es mit dem Zug gerade einmal 1,5 Stunden an die Loire, zumindest, wenn es nicht gleich nach Nantes gehen soll. Ganz anders als die flachen Küstenregionen, die wesentlich mehr historische Schlösser zu bieten haben, sieht es in den Appellationen des Centre Val de Loire aus. Die Weine von Reuilly gehören noch nicht zu den großen Namen, aber haben vermehrt das Zeug dazu. Hier befinden wir uns nicht weit von Burgund, und es ist Sauvignon-Blanc Gebiet. Ein sehr sehenswertes Schloss hat die Region aber auch zu bieten: Chateau Valencay gehörte einst Charles-Maurice de Talleyrand, Staatsmann und u.a. Außenminister Napoleons, ein sehr sehenswerter Prachtbau mit einem Theater, in dem heute noch Konzerte und andere Aufführungen besucht werden können. Oder eine Weinprobe mit dem regionalen Ziegenkäse in verschiedenen Variantionen.

Das sehr charmante Restaurant  "La Cognette" in Issoudun nahe den Weinbergen von Reuilly wird in der 5. Generation von Alain Nonnet geführt, der zusammen mit dem zweiten Chef Jean-Jacque Daumy die lokale Küche großartig lecker zeitgemäß aber mit klarer regionaler Identität betreibt.

Hier ehrt man den berühmten Gast Honore Balzac, der das Haus in der 1820-30er Jahren immer wieder gern besuchte und es auch unter anderem in seinem berühmten Roman "La Rabouielluse" sehr genau beschreibt. Alain Nonnet, der über ein Jahrzehnt lang den "Jene Restaurateurs d'Europe" in Frankreich und in Europa vorstand, hat in diesem vielleicht ältesten durchgehend betriebenen Restaurant Frankreich  eine Geselligkeit und freundschaftlicher Gastlichkeit in elegantem, aber heimeligen Ambiente geschaffen. Im Topf geschmortes Huhn in Rotwein-Perzwiebelsauce oder getrüffelte Linsencremesuppe sind klassische Versuchungen und ein Muss, wenn man die regionale Küche auf hohem Niveau genießen möchte.

Aber es muss gar nicht Sterneküche sein, wenn man sich in dieser wenig bekannten Region des Loire-Tals verwöhnen lassen möchte. Unter dem Label "Tabes Gourmands de Berry" - ähnliche dem norddeutschen "feinheimisch" -  tischen idyllische Auberges der Region ausgezeichnete regionale Küche auf, vom lokalen Ziegenkäse bis hin zu Froschschenkel, die in Frankreich keinesfalls so sprichwörtlich sind wie es Klischées  behaupten - und lecker noch dazu. Tolle Desserts für diejenigen, die keinen Chevre mögen, mit herrlichem Apfelsorbet ect. gehören auch dazu.

In der Region Sancerre weiter westlich sind neben dem Ziegenkäse und Wein früher auch Apfelplantagen sehr üblich gewesen, doch das ist lange her. Im Sinne einer Diversifizierung und Bereicherung der Kulturlandschaft sind aber Initiativen geplant, um die Äpfel wieder heimisch zu machen. Auch der Wein wäre ohne den Ziegenkäse nicht denkbar, denn die Ziegen waren der zentrale Landwirtschaftsfaktor, ohne deren Produkte die Investitionen in den Wein zunächst nicht denkbar waren. Heut sieht das natürlich anders aus.

Das zentrale Tal der Loire überrascht durch seine hügelige Lage mit für französische Verhältnisse steilen Lagen wie dem "Côte de Monts Damnés", der berühmten Einzellage von Chavignol. Hier, mit herrlichem Blick über die Anhöhe, auf der das Städtchen Sancerre thront, scheint der alteingesessen Winzerfamilie "Henri Bourgeois" das kleine Dorf fast zu gehören, so dominiert das Weingut den Ort; es liegt, passend zur konsequent angewandten Gravitations-Kellertechnik, an der höchsten Stelle des Dorfs, die hervorragenden Weine lagern im Ortskern in den alten Kellereien. Die Famile hat auch ein "Referenz"-Weingut in Neuseeland.

Wie in den meisten Appellationen der zentralen Loire sind im Sancerre nur Sauvignon Blanc und Pinot Noir zugelassen.
Sancerre selbst mit seinem alten Kastell und der schönen Altstadt liegen 150m hoch auf einer Erdfalte, an der entlang überwiegend Feuerstein-Bäden dominieren, die den Weinen ihren aromatisch-mineralischen Charakter verleihen,  während die umliegenden Weinberge Kies- und Kalkböden und teils Tonböden aufweisen.


Meine kleine Tour durchs zentrale Tal der Loire endete mit der Weiterreise Richtung Beaujolais und Lyon, und mit der Erkenntnis, das man für den Wein nicht das ganze Tal abfahren muss, um einen reichen Eindruck zu bekommen - auch wenn es hier, wie gesagt, wenig der klassischen Schlösser der Loire zu sehen gibt. Aber im Gegensatz zum Bordelais sind hier ohnehin die wenisten Chateaux auch Weingüter.

Nun sind wir dabei, das Gesehen und Verkostete in schöne Reiseideen umzusetzen... und werden Sie wie immer in unserem Newsletter informieren.

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Guest Freitag, 20 Juli 2018